Betreutes Mädchenwohnen

Wenn Du Dich für unser Mädchenwohnprojekt interessierst, und vielleicht bei uns einziehen möchtest, musst du einfach mal anrufen und einen Termin für ein Erstgespräch vereinbaren. Bei diesem Gespräch erzählt Dir eine Mitarbeiterin von uns, wie es so ist, bei uns zu wohnen und Du erzählst von Dir und wir lernen uns ein wenig kennen. Danach überlegst Du Dir, ob Du Dir vorstellen kannst, bei uns zu wohnen und wir überlegen, ob wir denken, dass wir Dir die Hilfe und Unterstützung geben können, die Du brauchst. Wenn Du noch nicht beim Jugendamt warst, ist es jetzt Zeit, mit dem Jugendamt über Deine Unterbringung zu sprechen, denn das Amt muss seine Einwilligung geben und bezahlt dann Deinen Aufenthalt bei uns.

Jetzt kommt das zweite Gespräch bei uns, in dem Du noch offene Fragen klären kannst und wir haben meistens auch noch etwas, das wir gerne noch genauer wissen möchten. Danach fällt die Entscheidung. Wenn Du möchtest und wir uns das gut vorstellen können und auch das Amt seine Zustimmung gibt, ziehst Du ein.
Es wird eine Hilfekonferenz im Amt gemacht, an der Du teilnimmst, Deine Sozialpädagogin vom Amt, gegebenenfalls Deine Eltern und Deine zukünftige Betreuerin von uns. Dort wird ein Hilfeplan erstellt, das heißt, wir besprechen miteinander, wo Du Unterstützung brauchst, was Du schon gut kannst und wo es noch nicht so toll läuft. Das wird dann schriftlich als Zielvereinbarungen formuliert und von allen unterschrieben.

So, jetzt kann´s losgehen. Du kommst mit all Deinen Sachen zu uns oder Deine Betreuerin holt Dich ab. Du wirst eine feste Betreuerin haben, die sich um Dich kümmert. Sie wird sich mit Dir zu Gesprächen treffen, in denen Du alles, was Dich bewegt, besprechen kannst. Sie wird Dich bei persönlichen Problemen beraten und Dir auch in praktischen Dingen zur Seite stehen. Du wirst mit einem anderen Mädchen in einer 3-Zi. Wohnung wohnen und Dich dort selbst versorgen. Dein Taschen-, Bekleidungs- und Wirtschaftsgeld teilst Du zwar mit Deiner Betreuerin zusammen ein, aber Du bekommst es anteilig bar auf die Hand und musst damit alles, was Du brauchst, selber einkaufen.

Du musst auch für Dich kochen, Deine Wäsche selber waschen und die Wohnung putzen. Wir kochen einmal die Woche für alle Mädchen und Mitarbeiterinnen. Bei unseren anderen Gruppenaktivitäten wie 'mal ins Kino gehen' oder ein Tischtennisturnier veranstalten, kannst Du gerne mitmachen. Wenn Du jetzt interessiert bist, dann ruf doch einfach an.

Erzählungen von Bewohnerinnen:

Bewohnerinnen des Betreuten Mädchenwohnen berichten (Jenny)
Mein Name ist Jenny. Ich bin 16 Jahre alt und bin seit dem 04.03.09 von zuhause weg, weil ich mit meiner Mutter nicht klar kam: sie hat mich geschlagen, eingesperrt, ich durfte nie raus, mußte nur zuhause bleiben und saubermachen und auf meine kleinen Geschwister aufpassen. Nach langer Zeit erst habe ich es geschafft, von zuhause auszuziehen. Ich wohne jetzt im Projekt 'Leben Lernen' - dort lerne ich leben und es geht mir jetzt richtig gut.

Bewohnerinnen des Betreuten Mädchenwohnen berichten (Barbara)
Ich bin Barbara und bin 17 Jahre alt. Meine Mutter hat vor 11 Jahren einen Mann kennengelernt, der zwei Jahre später bei uns eingezogen ist. Die erste Zeit war es sehr nett und lustig mit ihm, bis er auf einmal angefangen hat, mich zu schlagen und anzuschreien. Ich hatte sehr oft den Gedanken von zuhause auszuziehen, aber habe es nie geschafft, wegen meines Bruders. Am 09.01.09 bin ich dann endlich ausgezogen - es war zwar sehr schwer, aber heute weiß ich, dass ich das Richtige getan habe. Nun wohne ich bei 'Leben Lernen' und habe mein neues Leben angefangen.

Bewohnerinnen des Betreuten Mädchenwohnen berichten (Lala)
Vor nicht ganz zwei Jahren bin ich bei Leben Lernen eingezogen. Meine Mutter war gestorben und mein Vater soff sehr viel. Ich musste mich um den Haushalt, um meine Schwester und um meine Schule kümmern, aber keiner kümmerte sich um mich. Meine Schule schloss ich mit 'Ach und Krach' ab und ging arbeiten. Zuhause wurde es nicht besser, meine persönliche Situation wurde auch nur schlimmer. Ich habe schon früh angefangen zu rauchen, zu trinken und zu kiffen. Bin später auch zu chemischen und pharmazeutischen Drogen gekommen. Doch zuhause merkte das keiner...
Als ich kaum noch aus dem Bett kam, kein Sonnenlicht vertrug und depressiv wurde, wusste ich, so geht es nicht weiter. Über das Jugendamt kam ich zu 'Leben Lernen e.V.' Ich wurde herzlich aufgenommen und in jeder Lage unterstützt. Anfangs hatte ich ein paar Schwierigkeiten mit den Betreuerinnen, aber das lag auch an mir, denn im Grunde sind sie alle sehr lieb und engagiert. Nach einiger Zeit bekam ich meine Probleme in den Griff und fand neue Freunde. Seit Februar 2009 gehe ich wieder regelmäßig zur Schule, wo ich eine Ausbildung zur MTA anstrebe. Leider muss ich bald ausziehen, wenn ich könnte, würde ich hier noch lange, lange weiterwohnen!


Wenn Du bei uns einziehen möchtest, sind folgende Informationen für Dich wichtig: Du wohnst bei uns zusammen mit einem anderen Mädchen in einer 3 Zi. Wohnung in Schöneberg in der unmittelbaren Nähe zu unseren Projekträumlichkeiten. Du wirst vom Einzug bis zum Auszug möglichst ausschließlich von einer Betreuerin betreut. In den Wohnungen herrscht Drogenverbot, es darf zu keinerlei gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen und Du darfst keine Tiere in der Wohnung halten. Mit Deinen Problemen und Schwierigkeiten kannst Du jeder Zeit zu Deiner Betreuerin gehen - sie wird Dir dann Hilfe und Unterstützung anbieten.

Betreutes Mädchenwohnen

Ebersstraße 15a
10827 Berlin-Schöneberg
Telefon: 030.781 20 15 / 787 10 207
Fax: 030.788 64 34
Email: maedchen@lebenlernenberlin.de

Bürozeiten: Mo - Do 11.00 - 17.00 Uhr und Fr 10.00 - 13.00 Uhr


und Valerie Lenck (nicht auf dem Bild)